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Geschichte des OpenEi

 

Man nehme eine große Lupe und eine Karte von Deutschland. Wenn man sich jetzt an Hamburg orientiert (dort, wo für die meisten südlich angesiedelten Bürger die dänische Grenze ist und Deutschland aufhört) und dann noch ca 120 km nach Norden fährt (Ja, soviel Deutschland gibt es da noch!!), dann bei den ganzen Inseln knapp unter Sylt die Lupe hinhält, springt einem Husum und Friedrichstadt ins Auge. Und wenn man noch genauer hinschaut zwischen den beiden Städten hinschaut, könnte einem Witzwort auffallen.

witzwort kDer Ort heißt wirklich so. Wie er zu dem interessanten Namen kommt möchte ich jetzt nicht näher erläutern, kann aber jeder in der Chronik unter z.B. www.Witzwort.de nachlesen.

Dort kann man nicht nur fantastische Schachtelsätze wie den zweiten in diesem Text machen, nein, man kann auch wunderbar feiern dort. Und davon möchte ich jetzt erzählen.

Wenn Sie jetzt die Lupe aus der Hand legen und mir kurz folgen wollen, werde ich Sie der Tatsache etwas näher bringen, dass nicht alle Menschen schlecht sind, sondern es hier und dort immer ein paar gibt, die etwas Gutes tun wollen. Hier in Witzwort kamen 2009 ein paar der genannten zusammen und hatten einen Gedanken. Genauer gesagt, hat der geistige Chef Maik Schultze den Gedanken gehabt und rief ihn aus. Zwischendurch möchte ich bemerken, dass Maik gerne Musik hört, den Trubel liebt und etwas fürs Dorf machen wollte. Ohne große Ansprüche stellten Maik und die Truppe ein Musikfest auf die Beine. Es war Sommer, schönes Wetter, also wurde es ein OpenAir. Da, und nun noch mal kurz die Lupe in die Hand, der besagte Ort Witzwort auf der Halbinsel Eiderstedt liegt, war der Name Programm und das Fest hieß „OpenEi“. Manche erzählen auf die Legende vom offenen Eiderstedt, aber meine Variante gefällt mir besser! (Die Lupe kann kurz weg aber wir brauchen Sie später noch mal.)

Aber warum so ein Fest machen? Das gibt es doch mittlerweile in jedem Ort an jedem Wochenende und warum so viel Aufwand? Die Menschen werden bequemer und gehen nicht mehr unters Volk, denn da muss man ja „schnacken“ (reden) und nicht klicken und „liken“ (zustimmen, glaube ich. Nichts äußern müsste also Ablehnung sein?). Da muss ich noch mal kurz auf die gemeinsame Charaktereigenschaft des Teams um Maik zurückschauen: Sie wollen etwas Gutes tun!!! Und so kam es.

Wie bei jedem Geschäft, Fest oder Hochzeit gibt es einen Überschuß oder man zahlt drauf. Vom ersten mal an hatten wir trotz unserer etwas naiven Anfänge einen kleinen Überschuss. Und anstatt uns selbst zu feiern und den Überschuss zu verprassen haben wir den sofort in die Jugendarbeit Witzworts gesteckt. Und nachdem uns fast alle auf die Schultern geklopft haben (einige Nörgler gibt es ja immer) haben wir spontan entschlossen:

DAS MACHEN WIR NOCHMAL!!

Und so kam ein Stein ins Rollen, der bis heute kein Moos angesetzt hat. An jedem 3. Samstag im August findet also in Witzwort das Benefiz-Festival „OpenEi“ statt. www.Openei.de

Unter dem Motto „Jugend ist unsere Zukunft“ und in diesem Jahr stolz zugunsten der Behindertenarbeit werden wir wieder alles geben, um möglichst viele Spenden zu sammeln. Nach einem festgelegten Schlüssel werden sämtliche Überschüsse aufgeteilt zwischen den jährlich wechselnden „Hauptbegünstigten“ z.B. Der Weiße Ring (Opferfürsorge) oder der Mukoviszidose-Stiftung Amrum (ein fürchterlicher Zungenbrecher und noch fürchterliche Erkrankung der Atemwege, deren Beitrag zu dem OpenEi uns sehr beeindruckt hat, u.a., und der Jugendarbeit in Witzwort, sprich möglichst jede Organisation im Ort, die einen Beitrag zur Betreuung/Förderung/Ausstattung jugendlicher Witzworter leistet. Nichts für uns, die die ganze Arbeit und den Ärger haben, sondern ausschließlich für unsere ländlich-glücklich-lebende Nachwuchsgeneration. Nichts außer einem wundervollen Tag und das Gefühl, es war ein Erfolg. „Und das ist auch gut so“, sprach einmal einer.

Ich sprach eingangs von einem Festival. Dies soll deutlich machen, dass beim OpenEi auch jede Menge Musik zugegen ist. Am Anfang fingen wir mit einer Bühne an. Nachdem wir endlich einen Technikpartner gefunden haben, der ähnlich denkt und sehr viel Engagement in unser Projekt bringt, bekamen wir eine zweite Bühne „gewuppt“ und nun halten Sie sich fest: Wir betreiben schon die Dritte. Die Dritte Bühne, auch Kinderbühne genannt, war eher ein Testballon und wir waren auf den Erfolg, den die Kleinen und Kleinsten da selbst veranstalten konnten, gar nicht vorbereitet. Nun müssen wir! Und wir wollen auch!!

Es hat sich als so wunderbar herausgestellt, dass wir, die wir eh´ mit Sprungmatten etc. eine eigene Kinder/Jugendecke bereitstellten, damit die Großen auch mal unter sich und Musik genießen konnten. Wenn auch nur für je nach Erziehungsstand der Kinder wenige Minuten. In diesem Bereich haben die Kinder nun eine eigene Abteilung mit Karaoke/Spiel/Spaß und abends extra Disko.

Auch wenn das Motto “Kinder sind unsere Zukunft“ gelebt wird, wollen wir die Großen nicht vergessen. Da waren ja noch zwei Bühnen!!! Auf dem Platz auch ohne Lupe unschwer zu erkennen: Die großen, schwarzen, lauten Dinger da vorn. Da geht es ab. Nachmittags etwas gesetzter bei ruhigen Klängen und Kaffee und Kuchen um das Leben etwas zu entschleunigen. Spätnachmittag wird der Bogen des Musikstils so zum Abendprogramm gespannt, dass der Unterschied zum doch gewollt rocklastigen Schluss harmonisch verläuft. Es ist schwer und über Geschmack lässt sich bekanntlich gut streiten. Und genau da kommen die Nörgler ins Spiel von denen ich später noch etwas berichten möchte.

Die Künstler bewerben sich beim OpenEi und treten ausnahmslos unendgeldlich auf. Aus der Vielzahl der Bewerbungen, die nach Möglichkeit aus der Region kommen sollen, suchen wir uns die Mischung aus, die am besten zusammen passt. Kein Künstler soll mehr als zweimal nacheinander auftreten um die Vielfalt zu gewährleisten und das ist alles nicht einfach. Das ist eigentlich sogar das Schwerste. Da kann man am meisten falsch machen oder auf das falsche Pferd setzen. Aber ohne uns zu sehr selbst zu loben: Das hat immer geklappt.

Kurzer Schwenk zum Thema Falschmachen. Ich rufe noch mal in Erinnerung, dass sämtliche geleistete Arbeit ehrenamtlich und unendgeldlich abläuft. Das man hier sowieso nichts Falschmachen kann, sollte jedem klar sein. Aber glauben Sie mir bitte: Es klappt wirklich. Wenn Sie mir nicht glauben, schauen Sie es sich am 3. Samstag im August selbst an oder fragen Sie jemanden. Aber bitte nicht die besagten Nörgler!! Das würde meinen Erwartungen nicht entsprechen.

Die Nörgler sind übrigens diejenigen, die nicht auf dem Platz stehen. Wir befeuern dieses Fest mit ca. 20 Frauen und Männern, mal mehr, mal weniger. Wir bewegen ca. 4000 Menschen, 25 Tonnen Material, ca. 10 Interpreten vom Solisten bis zur wilden Rockgruppe, bauen einen leeren Platz auf, verwüsten ihn gemeinsam und räumen ihn Sonntag wieder auf. Mit ca. 20 Personen!! (Es gibt ein wirklich tolles Zeitraffer-Video genau davon unter www.openei.de oder www.youtube.de , der momentane Seitenbetreuer von www.witzwort.de ist eher zurückhaltend bezüglich der OpenEi-Präsenz, obwohl die Gemeinde Witzwort offizieller Veranstalter ist) Und das alles in unserer Freizeit nur mit Kaffee als Lohn und freuen uns, wenn die Spendensumme für die o.g. Personengruppen reichlich ausfällt und dann kommen die Nörgler und sagen uns oder eher jemand anderen, was wir alles versaubeutelt haben. Danke an dieser Stelle. Ihr kriegt uns nicht unter! Und eine Weihnachtskarte bekommt Ihr auch nicht!

Weihnachtskarten sinngemäß im Sommer verschicken wir an hiesige Firmen in der Hoffnung, auf die eine oder andere Spende, um unsere Fixkosten zu decken. Man kann hier gar nicht genug danken, wie auch ohne Geld, sondern mit Sachleistungen manche Firma aushilft, um das OpenEi zu ermöglichen. In den Zeiten knapper Kassen und sinkenden Kulturausgaben ist der finanzielle Aspekt immer kritisch im Auge zu behalten und aus diesem Grunde der Hinweis „Kleinvieh macht auch Mist“ und der Appell, uns mit einem kleinen Beitrag zu unterstützen. Als Gegenleistung bieten wir eben die besagte gute Musik, die gute Laune und das Gefühl, einen Beitrag zum Wohl wie auch immer benachteiligter Menschen und eine Investition in die Zukunft, die unsere Kinder darstellen, geleistet zu haben.

Deshalb kommt man nicht zwangsläufig gleich in den Himmel, aber es bietet eine gute Überleitung zu den in diesem Jahr das erste mal mitmachenden ev. Pfadfindern aus dem Nachbarort Oldenswort (Lupe in die Hand, kleines Stück runter). Ich habe mich selbst von der Jugendarbeit überzeugen dürfen und habe Bauklötze gestaunt, was da so gemacht wird. Ich freue mich neben dem Ausbau der Kinderbühne (mal schauen, wie lange sie noch so heißen darf…) ganz besonders darauf.

Ich würde gerne an dieser Stelle allen wunderbaren Menschen danken, die für uns alle die Musik machen, die die Musik möglich machen, die Auf- und Abbauen, das Fest betreiben und auch sonst den Karren aus dem Dreck ziehen. Denn sie haben es allesamt verdient. Aber sind wir mal ehrlich. Das würde Sie, lieber Leser, sich jetzt echt langweilen. Machen wir folgenden Kompromiss: Ich setze mich noch mal hin und würdige das im entsprechenden Rahmen auf unserer Seite www.openei.de und/oder auf der Facebook-Seite „Witzwort-Openei“. Dort werden Sie unsere treuen Mitstreiter finden. Wenn nicht, bekomme ich Ärger. Wenn doch, schauen Sie sich dieses –ich wiederhole mich- irrsinnigtolle Zeitraffervideo an und „liken“ uns, und was noch wichtiger ist, arbeiten konstruktiv mit. Hinweise und Hilfen, Ratschläge und tatkräftige Unterstützung, Musikwünsche oder einfach nur einen gutgelaunten Besuch geben uns die Streicheleinheiten die wir brauchen.

Ein letztes Wort zu dem Spendenempfänger in diesem Jahr, Horizonte Husum- Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. Dieses Jahr wird oder soll eine Wechselwirkung eintreten. Wir machen Musik mit dem Hintergedanken, Geld zu sammeln. Die Horizonte Husum möchten dieses Geld verwenden, um den Bewohnern der Einrichtung im Rahmen verschiedener Projekte die Musik näher zu bringen in einem Rahmen, der bislang nicht möglich war.

Es sind diese „Kleinigkeiten“, die das Leben einfacher machen. Es könnte ja so einfach sein, wenn man nur will. Wir wollen!! „Yes, we can“ sagte ein anderer mal. Und, unter uns, wir werden. Stoppen kann uns kein Begrenzungspfahl, nur evt. das Wetter, aber dafür können wir hier oben in Nordfriesland nun echt nichts.

Jetzt dürfen Sie, lieber Leser, Ihre kleine intellektuelle Lupe beiseite packen, zusammen mit uns die Welt ein klein wenig heller machen und bleibende Erinnerungen schaffen.

Ihr OpenEi-Team um Maik Schultze im März 2014

(nym)